Datensicherung¶
Kurzüberblick / Definition¶
Datensicherung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Daten vor Verlust, Beschädigung oder unbeabsichtigter Veränderung geschützt werden. Der wichtigste Bestandteil der Datensicherung ist das Backup, also das regelmäßige Erstellen von Sicherungskopien.
Das Ziel der Datensicherung ist es, Daten im Notfall wiederherstellen zu können.
Typische Ursachen für Datenverlust sind:
- Hardwaredefekte,
- versehentliches Löschen,
- Softwarefehler,
- Schadsoftware,
- Ransomware,
- Stromausfall,
- Brand oder Wasserschäden,
- Diebstahl,
- fehlerhafte Updates,
- menschliche Fehler.
Datensicherung ist ein zentraler Bestandteil der IT-Sicherheit, weil sie vor allem die Verfügbarkeit und Integrität von Daten unterstützt.
Kernerklärung¶
Datensicherung, Backup und Restore¶
Die Begriffe Datensicherung, Backup und Restore hängen eng zusammen, bedeuten aber nicht genau dasselbe.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Datensicherung | Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutz vor Datenverlust |
| Backup | Sicherungskopie von Daten |
| Restore | Wiederherstellung von Daten aus einem Backup |
| Recovery | Wiederherstellung eines Systems oder Dienstes nach einem Ausfall |
Wichtig:
Ein Backup ist nur dann wirklich nützlich, wenn die Wiederherstellung funktioniert.
Deshalb reicht es nicht aus, Backups nur zu erstellen. Sie müssen auch regelmäßig getestet werden.
Ziel der Datensicherung¶
Datensicherung unterstützt die klassischen Schutzziele der IT-Sicherheit.
| Schutzziel | Bedeutung im Zusammenhang mit Datensicherung |
|---|---|
| Verfügbarkeit | Daten sollen nach einem Ausfall wieder nutzbar sein |
| Integrität | Daten sollen korrekt, vollständig und unverändert bleiben |
| Vertraulichkeit | Sicherungen dürfen nicht von Unbefugten gelesen werden |
Beispiel:
Ein Unternehmen verliert durch einen Festplattendefekt seine Kundendatenbank. Wenn ein aktuelles, funktionsfähiges Backup vorhanden ist, kann die Datenbank wiederhergestellt werden. Ohne Backup können die Daten dauerhaft verloren sein.
Datensicherung vs. Datenschutz¶
Datensicherung und Datenschutz sind eng miteinander verbunden, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.
| Thema | Schwerpunkt |
|---|---|
| Datensicherung | Schutz vor Datenverlust und Wiederherstellung von Daten |
| Datenschutz | Schutz personenbezogener Daten und Rechte betroffener Personen |
| Datensicherheit | Technische und organisatorische Sicherheit von Daten allgemein |
Beispiel:
Eine verschlüsselte Sicherung einer Kundendatenbank ist gleichzeitig:
- eine Maßnahme der Datensicherung, weil Daten wiederhergestellt werden können,
- eine Maßnahme der Datensicherheit, weil sie technisch geschützt ist,
- eine unterstützende Maßnahme des Datenschutzes, weil personenbezogene Daten geschützt werden.
Wichtig:
Datenschutz schützt Menschen und ihre personenbezogenen Daten. Datensicherung schützt Daten vor Verlust und sorgt für Wiederherstellbarkeit.
Warum Datensicherung wichtig ist¶
Daten sind für Unternehmen oft geschäftskritisch.
Beispiele:
| Datenart | Risiko bei Verlust |
|---|---|
| Kundendaten | Verlust von Geschäftsbeziehungen, Datenschutzprobleme |
| Rechnungen | Buchhaltungs- und Steuerprobleme |
| Quellcode | Entwicklungsstillstand |
| Konfigurationsdateien | Systeme können nicht korrekt betrieben werden |
| Projektdaten | Arbeitsfortschritt geht verloren |
| E-Mails | Kommunikationsnachweise fehlen |
| Datenbanken | Anwendungen funktionieren nicht mehr |
Ohne Datensicherung kann ein technischer Fehler schnell zu einem wirtschaftlichen oder organisatorischen Schaden führen.
Backup-Arten¶
Es gibt verschiedene Arten von Backups. Sie unterscheiden sich darin, welche Daten gesichert werden und wie aufwendig die Wiederherstellung ist.
Vollbackup¶
Ein Vollbackup sichert alle ausgewählten Daten vollständig.
Beispiel:
Jeden Sonntag wird der komplette Dateiserver gesichert.
Vorteile:
- einfache Wiederherstellung,
- alle Daten befinden sich in einer vollständigen Sicherung,
- übersichtlich und zuverlässig.
Nachteile:
- benötigt viel Speicherplatz,
- dauert länger,
- verursacht höhere Last auf Systemen und Netzwerk.
Inkrementelles Backup¶
Ein inkrementelles Backup sichert nur die Daten, die sich seit dem letzten Backup geändert haben.
Beispiel:
Sonntag: Vollbackup
Montag: Änderungen seit Sonntag
Dienstag: Änderungen seit Montag
Mittwoch: Änderungen seit Dienstag
Vorteile:
- spart Speicherplatz,
- ist schneller als ein Vollbackup,
- verursacht weniger Last.
Nachteile:
- Wiederherstellung ist aufwendiger,
- für einen vollständigen Restore werden das letzte Vollbackup und alle nachfolgenden inkrementellen Backups benötigt.
Differenzielles Backup¶
Ein differenzielles Backup sichert alle Daten, die sich seit dem letzten Vollbackup geändert haben.
Beispiel:
Sonntag: Vollbackup
Montag: Änderungen seit Sonntag
Dienstag: alle Änderungen seit Sonntag
Mittwoch: alle Änderungen seit Sonntag
Vorteile:
- Wiederherstellung einfacher als beim inkrementellen Backup,
- nur Vollbackup und letztes differenzielles Backup werden benötigt.
Nachteile:
- benötigt mit der Zeit mehr Speicherplatz als inkrementelle Backups,
- dauert mit jedem Tag seit dem letzten Vollbackup länger.
Vergleich der Backup-Arten¶
| Backup-Art | Gesichert wird | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Vollbackup | Alle ausgewählten Daten | Einfache Wiederherstellung | Hoher Speicherbedarf |
| Inkrementelles Backup | Änderungen seit letztem Backup | Schnell und platzsparend | Restore aufwendiger |
| Differenzielles Backup | Änderungen seit letztem Vollbackup | Restore einfacher als inkrementell | Speicherbedarf wächst bis zum nächsten Vollbackup |
Beispiel für eine Backup-Strategie¶
Eine mögliche Strategie könnte so aussehen:
| Tag | Backup-Art |
|---|---|
| Sonntag | Vollbackup |
| Montag | Inkrementelles Backup |
| Dienstag | Inkrementelles Backup |
| Mittwoch | Inkrementelles Backup |
| Donnerstag | Inkrementelles Backup |
| Freitag | Inkrementelles Backup |
| Samstag | Inkrementelles Backup |
Alternative:
| Tag | Backup-Art |
|---|---|
| Sonntag | Vollbackup |
| Montag | Differenzielles Backup |
| Dienstag | Differenzielles Backup |
| Mittwoch | Differenzielles Backup |
| Donnerstag | Differenzielles Backup |
| Freitag | Differenzielles Backup |
| Samstag | Differenzielles Backup |
Welche Strategie geeignet ist, hängt ab von:
- Datenmenge,
- Änderungsrate,
- verfügbarem Speicherplatz,
- maximal tolerierbarer Ausfallzeit,
- benötigter Wiederherstellungsgeschwindigkeit,
- Kosten,
- gesetzlichen und organisatorischen Anforderungen.
Ablauf einer Datensicherung¶
flowchart TD
A[Daten identifizieren] --> B[Backup-Strategie festlegen]
B --> C[Backup regelmäßig durchführen]
C --> D[Backup sicher speichern]
D --> E[Backup überwachen]
E --> F[Restore regelmäßig testen]
F --> G[Strategie überprüfen und verbessern]
G --> B
Die 3-2-1-Regel¶
Eine bekannte Grundregel für Datensicherung ist die 3-2-1-Regel.
| Bestandteil | Bedeutung |
|---|---|
| 3 Kopien | Mindestens drei Datenkopien, einschließlich Original |
| 2 verschiedene Medien | Speicherung auf mindestens zwei unterschiedlichen Speichermedien |
| 1 Kopie extern | Mindestens eine Kopie außerhalb des Hauptstandorts |
Beispiel:
1. Originaldaten auf dem Server
2. Backup auf lokalem Backup-System
3. Zusätzliches Backup in einem externen Rechenzentrum oder Offline-Medium
Der Vorteil dieser Regel ist, dass sie verschiedene Schadensfälle berücksichtigt.
| Schadensfall | Warum 3-2-1 hilft |
|---|---|
| Festplattendefekt | Eine weitere Kopie ist vorhanden |
| Brand im Serverraum | Externe Kopie bleibt erhalten |
| Ransomware | Offline- oder getrennte Sicherung kann geschützt sein |
| Bedienfehler | Ältere Sicherungsversion kann wiederhergestellt werden |
Speicherorte für Backups¶
Backups können auf unterschiedlichen Medien und an unterschiedlichen Orten gespeichert werden.
| Speicherort | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|
| Externe Festplatte | Einfach und günstig | Kann verloren gehen oder beschädigt werden |
| NAS | Zentral und gut automatisierbar | Bei Netzwerkzugriff durch Schadsoftware gefährdet |
| Bandlaufwerk | Geeignet für langfristige Archivierung | Langsamer Zugriff |
| Cloud-Speicher | Externer Standort und skalierbar | Abhängigkeit vom Anbieter und Internet |
| Externes Rechenzentrum | Professionelle Infrastruktur | Kosten und Vertragsabhängigkeit |
| Offline-Backup | Schutz vor Ransomware | Manuelle Prozesse nötig |
Wichtig:
Backups sollten nicht ausschließlich auf demselben System liegen wie die Originaldaten. Wenn das Hauptsystem ausfällt oder verschlüsselt wird, wären sonst auch die Backups betroffen.
Online-, Offline- und Offsite-Backups¶
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Online-Backup | Backup ist dauerhaft erreichbar, zum Beispiel über Netzwerk |
| Offline-Backup | Backup ist nach der Sicherung getrennt und nicht dauerhaft erreichbar |
| Offsite-Backup | Backup befindet sich an einem anderen physischen Standort |
Beispiel:
Ein Backup auf einem dauerhaft verbundenen Netzlaufwerk ist praktisch, aber bei Ransomware gefährdet. Ein zusätzliches Offline-Backup kann dieses Risiko reduzieren.
Backup und Redundanz¶
Redundanz bedeutet, dass Komponenten mehrfach vorhanden sind, damit ein System bei einem Ausfall weiter funktionieren kann.
Beispiele:
- RAID-Systeme,
- redundante Netzteile,
- Cluster,
- gespiegelte Server,
- Hochverfügbarkeitssysteme.
Wichtig:
Redundanz ersetzt kein Backup.
Ein RAID kann vor dem Ausfall einer einzelnen Festplatte schützen. Es schützt aber nicht zuverlässig vor:
- versehentlichem Löschen,
- Ransomware,
- Datenkorruption,
- falschen Änderungen,
- Diebstahl,
- Brand,
- fehlerhaften Updates.
Beispiel:
Wenn ein Benutzer eine wichtige Datei löscht, wird diese Löschung bei vielen redundanten Systemen ebenfalls sofort übernommen. Ein Backup kann dagegen eine frühere Version wiederherstellen.
RAID und Backup¶
RAID wird oft mit Backup verwechselt.
| Aussage | Bewertung |
|---|---|
| RAID erhöht Verfügbarkeit | Richtig |
| RAID kann Hardwareausfälle abfedern | Richtig |
| RAID schützt vor versehentlichem Löschen | Falsch |
| RAID schützt vor Ransomware | Falsch |
| RAID ersetzt ein Backup | Falsch |
Merksatz:
RAID ist Verfügbarkeitssteigerung, kein vollständiges Datensicherungskonzept.
Verschlüsselung von Backups¶
Backups enthalten häufig besonders sensible Daten. Deshalb sollten sie gegen unbefugten Zugriff geschützt werden.
Maßnahmen:
- Backup-Dateien verschlüsseln,
- Backup-Medien sicher aufbewahren,
- Zugriff auf Backup-Systeme beschränken,
- Schlüssel sicher verwalten,
- Transport von Backup-Medien absichern.
Wichtig:
Wenn ein Backup verschlüsselt wird, muss der Schlüssel sicher aufbewahrt werden. Geht der Schlüssel verloren, kann das Backup möglicherweise nicht mehr wiederhergestellt werden.
Zugriffskontrolle¶
Nicht jeder Mitarbeiter sollte Zugriff auf Backups haben.
Backups können große Mengen an Daten enthalten und dadurch besonders kritisch sein.
Geeignete Maßnahmen:
- Rollen- und Rechtekonzept,
- Zugriff nur für autorisierte Administratoren,
- Mehr-Faktor-Authentifizierung,
- Protokollierung von Zugriffen,
- Trennung von administrativen Aufgaben,
- regelmäßige Überprüfung von Berechtigungen.
Grundsatz:
Wer Zugriff auf Backups hat, hat oft Zugriff auf sehr viele Unternehmensdaten.
Backup-Monitoring¶
Backups müssen überwacht werden.
Es reicht nicht, einen Backup-Job einzurichten und danach nicht mehr zu prüfen.
Überwacht werden sollte:
- Wurde das Backup erfolgreich abgeschlossen?
- Wurden alle geplanten Daten gesichert?
- Gab es Fehlermeldungen?
- Ist genügend Speicherplatz vorhanden?
- Sind die Sicherungen lesbar?
- Wurde die Sicherung manipuliert?
- Funktioniert die Wiederherstellung?
Typische Maßnahmen:
- automatische Benachrichtigungen bei Fehlern,
- tägliche Kontrolle von Backup-Protokollen,
- regelmäßige Reports,
- Test-Wiederherstellungen,
- Alarmierung bei fehlgeschlagenen Jobs.
Restore-Test¶
Ein Restore-Test prüft, ob Daten aus einem Backup wirklich wiederhergestellt werden können.
Beispiel:
Einmal pro Monat wird eine ausgewählte Datenbank aus dem Backup in einer Testumgebung wiederhergestellt.
Ziel:
- Backup ist lesbar,
- Daten sind vollständig,
- Wiederherstellung funktioniert technisch,
- benötigte Zeit ist bekannt,
- Verantwortliche kennen den Ablauf.
Wichtig:
Ein ungeprüftes Backup ist nur eine Vermutung. Ein getesteter Restore ist ein Nachweis.
RPO und RTO¶
Für professionelle Datensicherung sind die Begriffe RPO und RTO wichtig.
RPO: Recovery Point Objective¶
Das Recovery Point Objective beschreibt, wie viel Datenverlust maximal akzeptabel ist.
Beispiel:
RPO = 24 Stunden
Bedeutung:
Im schlimmsten Fall dürfen Daten der letzten 24 Stunden verloren gehen.
Wenn ein Unternehmen maximal eine Stunde Datenverlust akzeptiert, müssen Backups oder Replikationsmechanismen entsprechend häufig erfolgen.
RTO: Recovery Time Objective¶
Das Recovery Time Objective beschreibt, wie lange die Wiederherstellung maximal dauern darf.
Beispiel:
RTO = 4 Stunden
Bedeutung:
Nach einem Ausfall muss das System innerhalb von 4 Stunden wieder verfügbar sein.
Unterschied zwischen RPO und RTO¶
| Begriff | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| RPO | Wie viele Daten dürfen maximal verloren gehen? | Maximal 1 Stunde Datenverlust |
| RTO | Wie lange darf die Wiederherstellung dauern? | System muss nach 4 Stunden wieder laufen |
Merksatz:
RPO betrifft den Datenverlust. RTO betrifft die Ausfallzeit.
Backup-Fenster¶
Das Backup-Fenster ist der Zeitraum, in dem eine Datensicherung durchgeführt werden kann, ohne den normalen Betrieb zu stark zu beeinträchtigen.
Beispiel:
Backups laufen nachts zwischen 22:00 Uhr und 04:00 Uhr.
Problem:
Wenn Datenmengen wachsen, kann ein Backup länger dauern als das verfügbare Backup-Fenster. Dann muss die Strategie angepasst werden.
Mögliche Lösungen:
- inkrementelle Backups,
- differenzielle Backups,
- Snapshots,
- schnellere Speichersysteme,
- Lastverteilung,
- geänderte Backup-Zeiten,
- zusätzliche Backup-Software.
Snapshots¶
Ein Snapshot ist ein Abbild eines Systems oder Datenbestands zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Snapshots werden häufig bei:
- virtuellen Maschinen,
- Dateisystemen,
- Storage-Systemen,
- Datenbanken
verwendet.
Vorteile:
- schnelle Erstellung,
- schnelle Rückkehr zu einem vorherigen Zustand,
- nützlich vor Updates oder Konfigurationsänderungen.
Aber:
Snapshots ersetzen kein vollständiges Backup.
Wenn der zugrunde liegende Speicher ausfällt oder kompromittiert wird, können auch Snapshots verloren gehen.
Archivierung vs. Backup¶
Backup und Archivierung werden häufig verwechselt.
| Begriff | Zweck |
|---|---|
| Backup | Wiederherstellung nach Datenverlust |
| Archivierung | Langfristige Aufbewahrung aus rechtlichen oder organisatorischen Gründen |
Beispiel:
Ein Backup dient dazu, eine gelöschte Datei von gestern wiederherzustellen.
Ein Archiv dient dazu, eine Rechnung mehrere Jahre lang aufzubewahren.
Wichtig:
Backups sind normalerweise nicht dafür gedacht, langfristige Archivierungspflichten vollständig zu erfüllen.
Notfallplan¶
Zur Datensicherung gehört auch ein Plan für den Ernstfall.
Ein Notfallplan sollte festlegen:
- Wer ist verantwortlich?
- Welche Systeme haben Priorität?
- Wo befinden sich die Backups?
- Welche Zugangsdaten werden benötigt?
- Wie wird die Wiederherstellung durchgeführt?
- Welche Reihenfolge ist einzuhalten?
- Wer wird informiert?
- Wie wird der Erfolg geprüft?
- Wie wird der Vorfall dokumentiert?
Ohne Notfallplan kann im Ernstfall wertvolle Zeit verloren gehen.
Beispiel: Wiederherstellung nach Datenverlust¶
flowchart TD
A[Datenverlust wird festgestellt] --> B[Ursache analysieren]
B --> C[Betroffene Systeme isolieren]
C --> D[Passendes Backup auswählen]
D --> E[Backup in sicherer Umgebung prüfen]
E --> F[Daten wiederherstellen]
F --> G[Funktionstest durchführen]
G --> H[Betrieb wieder aufnehmen]
H --> I[Vorfall dokumentieren und Maßnahmen verbessern]
Best Practices für Datensicherung¶
Wichtige Best Practices sind:
| Maßnahme | Zweck |
|---|---|
| Regelmäßige Backups | Datenverlust begrenzen |
| Automatisierung | Menschliche Fehler reduzieren |
| Restore-Tests | Wiederherstellbarkeit nachweisen |
| Verschlüsselung | Vertraulichkeit schützen |
| Zugriffskontrolle | Missbrauch verhindern |
| Offsite-Kopie | Schutz vor Standortausfall |
| Offline-Kopie | Schutz vor Ransomware |
| Monitoring | Fehler früh erkennen |
| Dokumentation | Nachvollziehbarkeit sicherstellen |
| Notfallplan | Strukturierte Reaktion im Ernstfall |
| Schulung | Bewusstsein bei Mitarbeitern schaffen |
| Patchmanagement | Risiken durch bekannte Schwachstellen reduzieren |
Praktisches Beispiel: Backup-Konzept für einen kleinen Betrieb¶
Ein kleiner Betrieb betreibt einen Dateiserver, eine Kundendatenbank und ein Warenwirtschaftssystem.
Mögliches Backup-Konzept:
| Komponente | Maßnahme |
|---|---|
| Dateiserver | Tägliches inkrementelles Backup, wöchentliches Vollbackup |
| Kundendatenbank | Tägliches Datenbankbackup, zusätzliche Transaktionslogs |
| Warenwirtschaft | Backup nach Geschäftsschluss |
| Backup-Speicher | Lokales NAS plus verschlüsseltes Offsite-Backup |
| Schutz vor Ransomware | Regelmäßige Offline-Kopie |
| Überwachung | E-Mail-Benachrichtigung bei fehlgeschlagenem Backup |
| Test | Monatlicher Restore-Test |
| Dokumentation | Backup- und Wiederherstellungsanleitung |
Dieses Konzept ist nur ein Beispiel. In der Praxis muss es an Anforderungen, Risiken und Budget angepasst werden.
Typische Fehler¶
Fehler 1: Backups werden nicht getestet¶
Ein Backup ist wertlos, wenn es im Ernstfall nicht wiederhergestellt werden kann.
Korrekt ist:
Backups regelmäßig erstellen und regelmäßig Restore-Tests durchführen.
Fehler 2: Backups liegen nur am gleichen Standort¶
Wenn Originaldaten und Backup am selben Ort liegen, können beide gleichzeitig zerstört werden.
Beispiele:
- Brand,
- Wasserschaden,
- Diebstahl,
- Stromschaden.
Korrekt ist:
Mindestens eine Kopie sollte an einem anderen Standort aufbewahrt werden.
Fehler 3: Backups sind dauerhaft online erreichbar¶
Wenn Backups dauerhaft im Netzwerk erreichbar sind, kann Schadsoftware sie möglicherweise ebenfalls verschlüsseln oder löschen.
Korrekt ist:
Zusätzliche Offline- oder unveränderbare Backups verwenden.
Fehler 4: RAID wird als Backup verstanden¶
RAID kann die Verfügbarkeit erhöhen, schützt aber nicht vor logischen Fehlern wie versehentlichem Löschen oder Verschlüsselung durch Ransomware.
Korrekt ist:
RAID kann Backup ergänzen, aber nicht ersetzen.
Fehler 5: Keine klare Verantwortlichkeit¶
Wenn niemand für die Kontrolle der Backups zuständig ist, werden Fehler oft erst im Notfall bemerkt.
Korrekt ist:
Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Eskalationswege festlegen.
Fehler 6: Passwörter und Schlüssel werden schlecht verwaltet¶
Verschlüsselte Backups sind sicher, aber ohne Schlüssel nicht wiederherstellbar.
Korrekt ist:
Backup-Schlüssel sicher und nachvollziehbar verwalten.
Fehler 7: Backups enthalten personenbezogene Daten, werden aber nicht geschützt¶
Backups enthalten oft vollständige Datenbestände. Deshalb müssen sie genauso ernst genommen werden wie Produktivsysteme.
Korrekt ist:
Backups verschlüsseln, Zugriff beschränken und Löschfristen beachten.
Examensrelevanz¶
Datensicherung ist für die IHK-Prüfung relevant, weil sie ein zentraler Bestandteil von Systemtechnik, IT-Sicherheit und betrieblichem IT-Betrieb ist.
Besonders prüfungsrelevant sind:
- Unterschied zwischen Backup und Restore,
- Backup-Arten,
- Unterschied zwischen Datensicherung und Datenschutz,
- 3-2-1-Regel,
- Unterschied zwischen Backup und Redundanz,
- RAID ist kein Backup,
- Restore-Tests,
- RPO und RTO,
- Verschlüsselung und Zugriffsschutz,
- Notfallplanung.
Typische Prüfungsfragen könnten sein:
| Frage | Erwartete Kernaussage |
|---|---|
| Was ist Datensicherung? | Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung von Daten |
| Was ist ein Backup? | Eine Sicherungskopie von Daten |
| Was ist ein Restore? | Wiederherstellung aus einem Backup |
| Welche Backup-Arten gibt es? | Vollbackup, inkrementelles Backup, differenzielles Backup |
| Was bedeutet die 3-2-1-Regel? | Drei Kopien, zwei Medien, eine externe Kopie |
| Warum ersetzt RAID kein Backup? | RAID schützt nicht vor Löschen, Ransomware oder logischen Fehlern |
| Warum sind Restore-Tests wichtig? | Sie prüfen, ob Backups wirklich wiederherstellbar sind |
| Was bedeutet RPO? | Maximal akzeptabler Datenverlust |
| Was bedeutet RTO? | Maximal akzeptable Wiederherstellungszeit |
| Warum sollten Backups verschlüsselt werden? | Schutz vor unbefugtem Zugriff |
Merksätze¶
- Datensicherung schützt vor Datenverlust.
- Ein Backup ist eine Sicherungskopie.
- Ein Restore ist die Wiederherstellung aus einer Sicherung.
- Ein Backup ist nur dann wertvoll, wenn der Restore funktioniert.
- Vollbackups sind einfach wiederherzustellen, benötigen aber viel Speicherplatz.
- Inkrementelle Backups sparen Speicher, machen die Wiederherstellung aber aufwendiger.
- Differenzielle Backups sind ein Mittelweg zwischen Vollbackup und inkrementellem Backup.
- Die 3-2-1-Regel erhöht die Ausfallsicherheit.
- RAID erhöht Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.
- Backups müssen verschlüsselt, geschützt und regelmäßig getestet werden.
- RPO beschreibt den maximal akzeptablen Datenverlust.
- RTO beschreibt die maximal akzeptable Ausfallzeit.
- Datensicherung ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliger Vorgang.