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RAID (Redundant Array of Independent Disks)

RAID (Redundant Array of Independent Disks) bezeichnet die Zusammenfassung mehrerer physischen Festplatten zu einem logischen Laufwerk, um je nach RAID-Level:

  • die Leistung zu erhöhen,
  • die Verfügbarkeit zu verbessern,
  • oder Datenredundanz bereitzustellen.

Raid Systeme

Für die AP1 ist RAID vor allem wichtig, weil man häufig:

  • RAID-Level vergleichen muss,
  • den nutzbaren Speicherplatz berechnen muss,
  • die Ausfallsicherheit bestimmen muss,
  • und ein geeignetes RAID für ein Szenario begründen soll.

Core Explanation

1. Grundprinzip

RAID nutzt mehrere Festplatten nach bestimmten Verfahren:

  • Striping: Daten werden auf mehrere Platten verteilt
  • Mirroring: Daten werden gespiegelt
  • Parität: zusätzliche Prüfdaten ermöglichen Rekonstruktion bei Ausfall

Diese Verfahren führen zu unterschiedlichen Eigenschaften bei:

  • Kapazität
  • Geschwindigkeit
  • Ausfallsicherheit
  • Kosten

2. Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Redundanz Daten liegen mehrfach oder rekonstruierbar vor
Striping Verteilung von Datenblöcken auf mehrere Festplatten
Mirroring exakte Spiegelung auf eine zweite Platte
Parität Zusatzinformationen zur Wiederherstellung verlorener Daten
Rebuild Wiederaufbau des RAID nach Austausch einer defekten Platte
Hot Spare Reserveplatte, die bei Ausfall automatisch einspringen kann

3. Die wichtigsten RAID-Level

RAID 0

Funktionsweise

RAID 0 verwendet Striping. Daten werden auf mindestens zwei Festplatten verteilt.

flowchart LR
    A[Block A1] --> D1[Disk 1]
    B[Block A2] --> D2[Disk 2]
    C[Block A3] --> D3[Disk 1]
    E[Block A4] --> D4[Disk 2]

Eigenschaften

  • Mindestanzahl Festplatten: 2
  • Redundanz: keine
  • Performance: hoch
  • Ausfallsicherheit: keine

Bedeutung

RAID 0 ist schnell, aber sehr riskant. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten verloren.


RAID 1

Funktionsweise

RAID 1 verwendet Mirroring. Alle Daten werden identisch auf zwei Festplatten gespeichert.

flowchart LR
    A[Disk 1: Block A] --> B[Identische Daten]
    C[Disk 2: Block A] --> B

Eigenschaften

  • Mindestanzahl Festplatten: 2
  • Redundanz: ja
  • Performance Lesen: oft besser
  • Performance Schreiben: ungefähr wie Einzeldisk
  • Ausfallsicherheit: hoch

Bedeutung

RAID 1 ist einfach und sicher. Es eignet sich gut, wenn Verfügbarkeit wichtiger ist als maximale Speicherausnutzung.


RAID 5

Funktionsweise

RAID 5 verwendet Striping mit verteilter Parität.

flowchart LR
    A[Disk 1: Daten] --> X[RAID 5]
    B[Disk 2: Daten] --> X
    C[Disk 3: Parität] --> X

Die Paritätsblöcke liegen verteilt auf verschiedenen Festplatten, nicht immer auf derselben.

Eigenschaften

  • Mindestanzahl Festplatten: 3
  • Redundanz: ja
  • Performance Lesen: gut
  • Performance Schreiben: langsamer als RAID 0/1 wegen Paritätsberechnung
  • Ausfallsicherheit: Ausfall von 1 Platte tolerierbar

Bedeutung

RAID 5 ist ein typischer Kompromiss aus Kapazität, Leistung und Sicherheit.


RAID 6

Funktionsweise

RAID 6 arbeitet wie RAID 5, aber mit doppelter Parität.

Eigenschaften

  • Mindestanzahl Festplatten: 4
  • Redundanz: ja
  • Performance Lesen: gut
  • Performance Schreiben: langsamer als RAID 5
  • Ausfallsicherheit: Ausfall von 2 Platten tolerierbar

Bedeutung

RAID 6 eignet sich für Systeme mit hoher Verfügbarkeit und größeren Festplatten, weil das Risiko während des Rebuilds höher ist.


RAID 10 (RAID 1+0)

Funktionsweise

RAID 10 kombiniert Mirroring (RAID 1) und Striping (RAID 0). Jeweils zwei Festplatten bilden ein Spiegelpaar (RAID 1), und diese Paare werden dann gestriped (RAID 0).

flowchart LR
    subgraph Paar1["Spiegelpaar 1"]
        D1[Disk 1: A1]
        D2[Disk 2: A1]
    end
    subgraph Paar2["Spiegelpaar 2"]
        D3[Disk 3: A2]
        D4[Disk 4: A2]
    end
    Paar1 --> Striping[Striping über Paare]
    Paar2 --> Striping

Eigenschaften

  • Mindestanzahl Festplatten: 4
  • Redundanz: ja
  • Performance Lesen: sehr gut (Striping + paralleles Lesen)
  • Performance Schreiben: gut
  • Ausfallsicherheit: mindestens 1 Platte pro Spiegelpaar; im günstigsten Fall bis zu n/2 Platten

Nutzbare Kapazität

(Anzahl der Platten / 2) × Kapazität der kleinsten Platte

Beispiel: 4 Platten × 1 TB → (4 / 2) × 1 TB = 2 TB nutzbar

Bedeutung

RAID 10 bietet hohe Leistung und hohe Ausfallsicherheit, ist aber teuer (50 % Overhead). Es eignet sich besonders für Datenbanken und Systeme mit hohen Schreiblasten.


4. Vergleich der RAID-Level

RAID-Level Technik Min. Platten Nutzbare Kapazität Ausfalltoleranz Typische Eigenschaft
RAID 0 Striping 2 Summe aller Platten 0 sehr schnell, keine Sicherheit
RAID 1 Mirroring 2 Kapazität einer Platte 1 Platte pro Spiegelpaar einfach, sicher
RAID 5 Striping + Parität 3 Summe minus 1 Platte 1 guter Kompromiss
RAID 6 Striping + doppelte Parität 4 Summe minus 2 Platten 2 sehr hohe Sicherheit
RAID 10 Mirroring + Striping 4 Hälfte aller Platten mind. 1 pro Spiegelpaar schnell und sicher, aber teuer

Berechnungen für die AP1

1. IHK-Terminologie: Brutto- und Nettokapazität

Die IHK verwendet in Prüfungsaufgaben diese spezifischen Begriffe — lerne sie auswendig:

IHK-Begriff Bedeutung Entspricht in diesen Notizen
Bruttokapazität Gesamte Rohkapazität aller Festplatten Rohkapazität / Gesamtkapazität
Nettokapazität Tatsächlich nutzbare Kapazität nach RAID-Overhead Nutzbare Kapazität
Bruttokapazität = Anzahl Platten × Kapazität einer Platte
Nettokapazität  = Bruttokapazität - Overhead (je nach RAID-Level)

Prüfungsbeispiel:

Gegeben: 4 Festplatten à 2 TB im RAID 5
Bruttokapazität: 4 × 2 TB = 8 TB
Nettokapazität: (4 − 1) × 2 TB = 6 TB
Overhead: 8 TB − 6 TB = 2 TB (für Parität)


2. Grundregel für Prüfungsaufgaben

In AP1-Aufgaben gilt fast immer:

Alle Festplatten werden nur mit der Kapazität der kleinsten Festplatte genutzt.

Beispiel:

  • 1 TB
  • 1 TB
  • 2 TB

Dann rechnet man oft mit:

  • 3 × 1 TB, nicht mit 4 TB Gesamtrohkapazität

3. Formeln

RAID 0

Nutzbare Kapazität:

Anzahl der Platten × Kapazität der kleinsten Platte

Beispiel:

4 Platten × 2 TB = 8 TB

Ausfalltoleranz:

0 Platten

RAID 1

Nutzbare Kapazität:

Kapazität einer Platte

bei klassischem 2er-Spiegel.

Allgemeiner bei Spiegelung mehrerer Platten:

Kapazität einer Platte pro Spiegelgruppe

Beispiel:

2 Platten × 1 TB → 1 TB nutzbar

Ausfalltoleranz:

Mindestens 1 Platte, solange noch eine Spiegelplatte vorhanden ist

Für AP1 meist vereinfacht:

  • Bei 2 Platten im RAID 1 darf 1 Platte ausfallen.

RAID 5

Nutzbare Kapazität:

(Anzahl der Platten - 1) × Kapazität der kleinsten Platte

Beispiel:

4 Platten × 2 TB:

(4 - 1) × 2 TB = 6 TB

Ausfalltoleranz:

1 Platte

RAID 6

Nutzbare Kapazität:

(Anzahl der Platten - 2) × Kapazität der kleinsten Platte

Beispiel:

6 Platten × 2 TB:

(6 - 2) × 2 TB = 8 TB

Ausfalltoleranz:

2 Platten

4. Typische AP1-Berechnungen: Nettokapazität

Aufgabe 1: RAID 0

Gegeben:

  • 2 Festplatten
  • je 500 GB

Frage (IHK-Stil):

a) Wie groß ist die Bruttokapazität?
b) Wie groß ist die Nettokapazität?
c) Wie viele Festplattenausfälle sind tolerierbar?

Lösung:

Bruttokapazität = 2 × 500 GB = 1000 GB
Nettokapazität  = 2 × 500 GB = 1000 GB
Ausfalltoleranz = 0 Platten (RAID 0)

Ergebnis: Brutto 1 TB; Netto 1 TB; Ausfalltoleranz 0 Platten


Aufgabe 2: RAID 1

Gegeben:

  • 2 Festplatten
  • je 2 TB

Frage (IHK-Stil):

a) Wie groß ist die Bruttokapazität?
b) Wie groß ist die Nettokapazität?
c) Wie viele Festplattenausfälle sind tolerierbar?

Lösung:

Bruttokapazität = 2 × 2 TB = 4 TB
Nettokapazität  = 2 TB
Ausfalltoleranz = 1 Platte (bei 2er-Spiegel)

weil die zweite Platte nur spiegelt.

Ergebnis: Brutto 4 TB; Netto 2 TB; Ausfalltoleranz 1 Platte


Aufgabe 3: RAID 5

Gegeben:

  • 5 Festplatten
  • je 1 TB

Frage (IHK-Stil):

a) Wie groß ist die Bruttokapazität?
b) Wie groß ist die Nettokapazität?
c) Wie viele Festplattenausfälle sind tolerierbar?

Lösung:

Bruttokapazität = 5 × 1 TB = 5 TB
Nettokapazität  = (5 - 1) × 1 TB = 4 TB
Ausfalltoleranz = 1 Platte (RAID 5)

Ergebnis: Brutto 5 TB; Netto 4 TB; Ausfalltoleranz 1 Platte


Aufgabe 4: RAID 6

Gegeben:

  • 6 Festplatten
  • je 4 TB

Frage (IHK-Stil):

a) Wie groß ist die Bruttokapazität?
b) Wie groß ist die Nettokapazität?
c) Wie viele Festplattenausfälle sind tolerierbar?

Lösung:

Bruttokapazität = 6 × 4 TB = 24 TB
Nettokapazität  = (6 - 2) × 4 TB = 16 TB
Ausfalltoleranz = 2 Platten (RAID 6)

Ergebnis: Brutto 24 TB; Netto 16 TB; Ausfalltoleranz 2 Platten


Aufgabe 5: Gemischte Plattengrößen

Gegeben:

  • 3 Festplatten
  • 500 GB, 500 GB, 1 TB
  • RAID 5

Frage (IHK-Stil):

a) Wie groß ist die Bruttokapazität?
b) Wie groß ist die Nettokapazität?
c) Wie viele Festplattenausfälle sind tolerierbar?

Prüfungslogik: Es zählt die kleinste Platte, also 500 GB.

Lösung:

Bruttokapazität = 3 × 500 GB = 1500 GB
Nettokapazität  = (3 - 1) × 500 GB = 1000 GB
Ausfalltoleranz = 1 Platte (RAID 5)

Ergebnis: Brutto 1,5 TB; Netto 1 TB; Ausfalltoleranz 1 Platte


Bewertungsschema (Selbstkontrolle)

Für die Aufgaben 1 bis 5 kannst du dieses einfache Punkteraster verwenden:

  • a) Bruttokapazität korrekt: 1 Punkt
  • b) Nettokapazität korrekt (inkl. richtiger Formel): 1 Punkt
  • c) Ausfalltoleranz korrekt: 1 Punkt

Maximalpunkte:

5 Aufgaben × 3 Punkte = 15 Punkte

Schnelle Einordnung:

Punkte Einordnung
13-15 Sehr sicher für AP1-Basisaufgaben
10-12 Solide, aber einzelne Rechen-/Formelfehler prüfen
7-9 Lücken vorhanden, Formeln und Begriffe wiederholen
0-6 Grundlagen erneut lernen (RAID 0/1/5/6, Brutto/Netto)

4b. Typische AP1-Berechnungen: Ausfallsicherheit

Nicht nur Nettokapazität wird gefragt — auch Ausfalltoleranz ist eine häufige Aufgabenart.

Aufgabe 6: Ausfalltoleranz bestimmen

Gegeben:

  • RAID 5
  • 4 Festplatten

Frage: Wie viele Festplatten dürfen gleichzeitig ausfallen, ohne Datenverlust?

Lösung:

RAID 5 → Ausfalltoleranz = 1 Platte

Ergebnis: 1 Festplatte


Aufgabe 7: Welches RAID überlebt diesen Ausfall?

Gegeben:

  • Ein System mit 6 Festplatten
  • 2 Festplatten fallen gleichzeitig aus

Frage: Welche RAID-Level würden diesen Ausfall überstehen?

Lösung:

RAID-Level Ausfalltoleranz Übersteht 2 Ausfälle?
RAID 0 0 Nein
RAID 1 1 Nein (bei klassischem 2er-Paar)
RAID 5 1 Nein
RAID 6 2 Ja
RAID 10 mind. 1 pro Paar Ja, wenn je 1 aus verschiedenen Paaren

Ergebnis: RAID 6 und (unter Umständen) RAID 10


Aufgabe 8: Vollständige Berechnung (Brutto + Netto + Overhead)

Gegeben:

  • RAID 6
  • 8 Festplatten à 4 TB

Fragen:

a) Bruttokapazität?
b) Nettokapazität?
c) Overhead-Kapazität?
d) Ausfalltoleranz?

Lösung:

a) Bruttokapazität = 8 × 4 TB = 32 TB
b) Nettokapazität  = (8 - 2) × 4 TB = 24 TB
c) Overhead        = 32 TB - 24 TB = 8 TB (= 2 Paritätsplatten)
d) Ausfalltoleranz = 2 Platten

5. Merktabelle: Alle Formeln auf einen Blick (Prüfungsreferenz)

RAID Min. Platten Nettokapazität (Formel) Bruttokapazität Ausfalltoleranz Effizienz
RAID 0 2 n × P n × P 0 100 %
RAID 1 2 1 × P n × P n−1 (ein Exemplar muss übrig) 50 %
RAID 5 3 (n−1) × P n × P 1 (n−1)/n
RAID 6 4 (n−2) × P n × P 2 (n−2)/n
RAID 10 4 (n/2) × P n × P mind. 1 pro Paar 50 %

Legende: n = Anzahl Platten, P = Kapazität der kleinsten Platte


6. Rückwärtsrechnung: Wie viele Platten brauche ich?

Manchmal fragt die Prüfung nicht nach der nutzbaren Kapazität, sondern wie viele Platten man für eine gewünschte Kapazität benötigt.

Vorgehen:

Nutzdaten-Platten = Gewünschte Kapazität / Plattenkapazität
Gesamtplatten     = Nutzdaten-Platten + Overhead-Platten (aufgerundet auf ganze Zahl)
RAID-Level Overhead-Platten
RAID 0 0
RAID 1 +1 (Spiegel)
RAID 5 +1 (Parität)
RAID 6 +2 (doppelte Parität)
RAID 10 doppelt so viele wie Nutzdaten-Platten

Beispiel: RAID 5, Ziel 6 TB, Platten à 2 TB

Nutzdaten-Platten = 6 TB / 2 TB = 3 Platten
Gesamtplatten     = 3 + 1       = 4 Platten

Probe: (4 − 1) × 2 TB = 6 TB ✓

Beispiel: RAID 6, Ziel 8 TB, Platten à 2 TB

Nutzdaten-Platten = 8 TB / 2 TB = 4 Platten
Gesamtplatten     = 4 + 2       = 6 Platten

Probe: (6 − 2) × 2 TB = 8 TB ✓


7. Speichereffizienz

Die Speichereffizienz gibt an, wie viel Prozent der Rohkapazität tatsächlich nutzbar ist:

Effizienz = (nutzbare Kapazität / Gesamtkapazität) × 100 %
RAID-Level Effizienz (Mindestzahl Platten) Effizienz (mehr Platten)
RAID 0 100 % 100 %
RAID 1 50 % 50 %
RAID 5 67 % (3 Platten) 75 % (4), 80 % (5) ...
RAID 6 50 % (4 Platten) 67 % (6), 75 % (8) ...
RAID 10 50 % 50 %

Prüfungstipp: Bei RAID 5 und 6 steigt die Effizienz mit mehr Platten. Bei RAID 0, 1 und 10 bleibt sie konstant.


Practical Example

Beispiel: Auswahl für einen Fileserver

Ein Unternehmen benötigt:

  • gute Kapazität
  • Schutz vor Festplattenausfall
  • akzeptable Schreib- und Lesegeschwindigkeit

Mögliche Bewertung:

  • RAID 0: zu unsicher
  • RAID 1: sicher, aber geringe Speicherausnutzung
  • RAID 5: oft gute Wahl
  • RAID 6: besser bei höherem Sicherheitsbedarf

Begründete Entscheidung: Für einen normalen Fileserver ist RAID 5 oft wirtschaftlich sinnvoll, weil eine Platte ausfallen darf und trotzdem relativ viel Speicher nutzbar bleibt.


AP1-Prüfungsrelevanz

Was du für die AP1 wirklich können musst

Für die AP1 solltest du RAID nicht nur definieren können, sondern vor allem anwenden.

Wichtige Kompetenzen:

  1. RAID-Level erkennen und unterscheiden
  2. Nutzbare Kapazität berechnen
  3. Anzahl tolerierbarer Plattenausfälle angeben
  4. geeignetes RAID für ein Szenario auswählen
  5. erklären, warum RAID kein Backup ersetzt

Typische AP1-Fragen

Frage 1

Welches RAID-Level bietet keine Redundanz, aber hohe Leistung?

Antwort: RAID 0


Frage 2

Wie viel nutzbarer Speicher steht bei 4 × 2 TB in RAID 5 zur Verfügung?

Lösung:

(4 - 1) × 2 TB = 6 TB

Antwort: 6 TB


Frage 3

Wie viele Festplatten dürfen bei RAID 6 ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen?

Antwort: 2 Festplatten


Frage 4

Warum ersetzt RAID kein Backup?

Antwort: Weil RAID nur gegen den Ausfall von Festplatten schützt, nicht gegen:

  • versehentliches Löschen
  • Schadsoftware
  • Ransomware
  • Dateibeschädigung
  • Feuer, Diebstahl, Überspannung
Merkmal RAID Backup
Schutz vor Plattenausfall Ja Nur durch Wiederherstellung
Schutz vor versehentlichem Löschen Nein Ja
Schutz vor Ransomware Nein Ja (wenn Backup offline)
Schutz vor Feuer / Diebstahl Nein Ja (wenn externes Backup)
Datenzugriff ohne Unterbrechung Ja Nein (Restore dauert)
Beides zusammen empfohlen? Ja — RAID ersetzt kein Backup

Geschlossene und abgestufte AP1-Übungsfragen

Stufe 1: Basis (Single Choice)

S1.1 Welche Aussage zu RAID 0 ist korrekt?

  • A) RAID 0 bietet Redundanz durch Spiegelung.
  • B) RAID 0 bietet keine Redundanz.
  • C) RAID 0 toleriert den Ausfall von zwei Platten.
  • D) RAID 0 nutzt Parität.

S1.2 4 × 2 TB in RAID 5 ergeben welche Nettokapazität?

  • A) 4 TB
  • B) 6 TB
  • C) 8 TB
  • D) 2 TB

S1.3 Wie viele gleichzeitige Plattenausfälle übersteht RAID 6?

  • A) 0
  • B) 1
  • C) 2
  • D) 3

Stufe 2: Anwendung (Multiple Choice)

S2.1 Welche Aussagen sind korrekt? (Mehrere Antworten möglich)

  • A) RAID 1 hat in der Regel 50 % Speichereffizienz.
  • B) RAID 5 benötigt mindestens 2 Festplatten.
  • C) RAID 10 kombiniert Spiegelung und Striping.
  • D) RAID ersetzt ein Backup vollständig.

S2.2 Bei welcher Konfiguration ist die Nettokapazität korrekt berechnet?

  • A) RAID 6, 6 × 2 TB -> 10 TB
  • B) RAID 5, 5 × 1 TB -> 4 TB
  • C) RAID 1, 2 × 4 TB -> 8 TB
  • D) RAID 10, 4 × 1 TB -> 2 TB

Stufe 3: Prüfungssimulation (Richtig/Falsch)

S3.1 Bruttokapazität bedeutet die nach RAID nutzbare Kapazität.
Richtig / Falsch

S3.2 In IHK-Aufgaben wird bei gemischten Plattengrößen mit der kleinsten Platte gerechnet.
Richtig / Falsch

S3.3 RAID 5 übersteht immer den Ausfall von zwei beliebigen Platten.
Richtig / Falsch

S3.4 RAID 10 kann mehr als einen Ausfall überstehen, wenn die Ausfälle in unterschiedlichen Spiegelpaaren liegen.
Richtig / Falsch


Lösungsschlüssel (ohne Rechenweg)

Aufgabe Lösung
S1.1 B
S1.2 B
S1.3 C
S2.1 A, C
S2.2 B, D
S3.1 Falsch
S3.2 Richtig
S3.3 Falsch
S3.4 Richtig

Prüfungstipp

Bei AP1-Aufgaben fast immer in dieser Reihenfolge denken:

flowchart TD
    A[RAID-Level erkennen] --> B[Anzahl Platten prüfen]
    B --> C[Kleinste Plattengröße bestimmen]
    C --> D[Formel anwenden]
    D --> E[Nutzbare Kapazität berechnen]
    E --> F[Ausfalltoleranz nennen]

Common Mistakes & Clarifications

1. RAID mit Backup verwechseln

Das ist einer der häufigsten Fehler.

RAID schützt vor Plattenausfall.
Backup schützt vor Datenverlust allgemein.

Beides hat unterschiedliche Aufgaben.


2. Gesamtkapazität einfach addieren

Falsch wäre z. B. bei RAID 5 mit 4 × 2 TB einfach 8 TB zu schreiben.

Richtig ist:

(4 - 1) × 2 TB = 6 TB

Denn eine Plattenkapazität geht für Parität drauf.


3. Unterschied zwischen Performance und Sicherheit nicht beachten

  • RAID 0: Fokus auf Geschwindigkeit
  • RAID 1: Fokus auf Sicherheit
  • RAID 5: Balance
  • RAID 6: höhere Sicherheit, mehr Overhead

4. Gemischte Festplattengrößen falsch rechnen

In Prüfungen wird meist mit der kleinsten Platte gerechnet.


5. Rebuild-Risiko unterschätzen

Gerade bei RAID 5 und RAID 6 ist der Wiederaufbau nach einem Defekt kritisch:

  • dauert lange
  • belastet das System
  • erhöht das Risiko eines zweiten Ausfalls

Merksätze

  • RAID 0 = schnell, aber ohne Schutz
  • RAID 1 = Spiegelung, einfach und sicher
  • RAID 5 = eine Platte für Parität
  • RAID 6 = zwei Platten für Parität
  • RAID ist kein Backup
  • Für Prüfungen immer mit der kleinsten Festplatte rechnen

Zusammenfassung

RAID kombiniert mehrere Festplatten zu einem logischen Speicherverbund, um je nach RAID-Level entweder die Leistung, die Verfügbarkeit oder beides zu verbessern. Für die AP1 ist vor allem wichtig, die Unterschiede zwischen RAID 0, 1, 5 und 6 sicher zu beherrschen, die nutzbare Kapazität korrekt zu berechnen und die Ausfallsicherheit angeben zu können. Entscheidend ist nicht nur die Definition, sondern die praktische Anwendung in Rechen- und Entscheidungssituationen.