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Mittwoch, 2026-01-07_NT_TRE


Routing – Überblick

Routing beschreibt die Pfadwahl von IP-Paketen durch ein Netzwerk.

Ein Router entscheidet:

„Über welchen nächsten Hop leite ich dieses Paket weiter?“

Grundlage ist die Routingtabelle.


Einteilung der Routing-Verfahren

Routing wird unterteilt in:

  • Dynamisches Routing
  • Statisches Routing

Dynamisches Routing

Routen werden automatisch berechnet.
Router tauschen regelmäßig Informationen aus.

Geeignet für: - Große Netzwerke - Verteilte Standorte - Dynamische Topologien


Wichtige dynamische Protokolle

RIP – Routing Information Protocol

  • Typ: Distanzvektor
  • Metrik: Hop-Anzahl
  • Maximal: 15 Hops
  • Bandbreite wird nicht berücksichtigt
  • Einfach, aber veraltet für große Netze

OSPF – Open Shortest Path First

  • Typ: Link-State
  • Metrik: Kosten (bandbreitenabhängig)
  • Algorithmus: Dijkstra (Shortest Path First)
  • Schnellere Konvergenz als RIP
  • Für größere Unternehmensnetze geeignet

BGP – Border Gateway Protocol

  • Typ: Path-Vector
  • Einsatz: Zwischen autonomen Systemen (Internet)
  • Entscheidung: Policy-basiert
  • Kein klassisches „kürzester Weg“-Prinzip
  • Grundlage des globalen Internet-Routings

Statisches Routing

Routen werden manuell konfiguriert.

Es erfolgt: - Kein Routing-Update - Keine automatische Anpassung bei Ausfall

Eine statische Route besteht aus: - Zielnetz - Präfix (Subnetzmaske) - Next-Hop-Adresse oder Interface

Geeignet für: - Kleine Netzwerke - Kontrollierte Umgebungen - Default-Routen


Net-Routing

Route gilt für ein gesamtes Netzwerk.

Beispiel: 192.168.10.0/24

Eigenschaften: - Deckt viele Hosts ab - Geringer Verwaltungsaufwand - Keine automatische Fehlerbehandlung


Host-Routing

Route gilt für einen einzelnen Host.

Präfix: - IPv4 → /32 - IPv6 → /128

Eigenschaften: - Sehr spezifisch - Wird bevorzugt - Höherer Verwaltungsaufwand


Wichtiges Prinzip

Routing basiert auf dem
Longest Prefix Match

Die spezifischste Route gewinnt.

Hostroute (/32) schlägt Netzroute (/24).


RIP – Vertiefung

Grundprinzip

  • Distanzvektor-Protokoll
  • Bewertung ausschließlich über Hop-Anzahl
  • Jeder Router zählt als 1 Hop

Weniger Hops = besserer Pfad


Entscheidungsbeispiel

Pfad A → B → Ziel = 2 Hops
Pfad A → C → B → Ziel = 3 Hops

Auch wenn: - C höhere Bandbreite hat - Verbindung stabiler wäre

RIP wählt:

Den Weg mit weniger Hops


RIP-Merkpunkte

  • Maximal 15 Hops
  • 16 = unerreichbar
  • Keine Bandbreitenbewertung
  • Langsame Konvergenz
  • Gefahr von Routing-Loops (ohne Mechanismen wie Split Horizon)

Vergleich Dynamisch vs. Statisch

Merkmal Dynamisch Statisch
Einrichtung Automatisch Manuell
Skalierbarkeit Hoch Gering
Anpassung bei Ausfall Automatisch Manuell
Verwaltungsaufwand Mittel Hoch bei großen Netzen
Transparenz Geringer Sehr hoch

Prüfungsrelevante Kernaussagen

  • RIP = Hop-Anzahl
  • OSPF = Kosten (Bandbreite)
  • BGP = Policy-basiert
  • Hostrouten gewinnen durch Longest Prefix Match
  • Statische Routen reagieren nicht auf Ausfälle
  • Dynamische Protokolle konvergieren nach Änderungen