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Passwörter

Überblick / Definition

Ein Passwort ist ein geheimes Authentifizierungsmerkmal, mit dem sich ein Benutzer gegenüber einem System ausweist. Es dient dazu, Identität zu prüfen und unbefugten Zugriff zu verhindern.

Moderne Authentifizierung kombiniert häufig mehrere Faktoren: - Wissen (Passwort) - Besitz (z. B. Smartphone für OTP) - Biometrie (z. B. Fingerabdruck)


Anforderungen an sichere Passwörter (BSI)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt:

Anforderung Erklärung
Mindestlänge Mindestens 12 Zeichen
Komplexität Kombination aus Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen
Keine persönlichen Daten Keine Namen, Geburtsdaten etc.
Einzigartigkeit Kein Passwort mehrfach verwenden
Passwortmanager Nutzung zur sicheren Verwaltung
2FA Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
Datenleck-Prüfung Regelmäßige Checks (z. B. „Have I Been Pwned“)

Wichtiger Hinweis (aktuelle Praxis)

  • Regelmäßige Passwortänderung ist nicht mehr generell empfohlen, sondern nur bei Verdacht auf Kompromittierung
  • Fokus liegt heute auf starken, einzigartigen Passwörtern + 2FA

Arten von Passwörtern

Typ Beschreibung Beispiel Bewertung
Einfaches Passwort Nur Buchstaben/Zahlen Passwort123 ❌ unsicher
Komplexes Passwort Mischung aller Zeichentypen P@ssw0rd!2026 ⚠️ besser
Passphrase Mehrere Wörter kombiniert SonneBlumeRegenbogen2026 ✅ sehr gut
Einmalpasswort (OTP) Nur einmal gültig SMS / App-Code ✅ sehr sicher
Biometrie Körpermerkmal Fingerabdruck ⚠️ ergänzend

Core-Konzept: Passwortsicherheit

Die Sicherheit eines Passworts hängt primär von zwei Faktoren ab:

1. Entropie (Unvorhersehbarkeit)

  • Je länger und zufälliger, desto sicherer
  • Beispiel:
  • 123456 → sehr geringe Entropie
  • 7&fK!9zQpL2@ → hohe Entropie

2. Länge > Komplexität

  • Ein langes Passwort ist oft sicherer als ein kurzes komplexes
  • Beispiel:
  • P@ss1! (kurz, komplex) ❌
  • blauerHundTanztImRegen2026 (lang) ✅

Praktisches Beispiel

Unsicher:

Sommer2024
→ leicht zu erraten (Wörterbuch + Jahreszahl)

Sicher:

Kaffee!ZugWolke#Lampe2026

→ lang, zufällig, hohe Entropie


Passwortmanager

Funktion

Passwortmanager ermöglichen: - sichere Speicherung (verschlüsselt) - Generierung starker Passwörter - automatische Eingabe - Verwaltung vieler Accounts

Beispiele

Kategorie Tools
Open Source KeePassXC, Bitwarden
Cloud-basiert 1Password, Dashlane
Enterprise Passbolt, Pleasant Password Server

KeePassXC (Beispiel)

  • Open Source
  • lokale, verschlüsselte Datenbank
  • Passwortgenerator integriert
  • TOTP-Unterstützung
  • keine Cloud (optional über eigene Lösungen)

Zentrale Passwortverwaltung (Unternehmen)

Ein zentraler Passwortserver ermöglicht: - Verwaltung von Zugangsdaten im Team - Zugriffskontrolle (z. B. Rollen) - Integration in Verzeichnisdienste (LDAP / Active Directory) - API für Automatisierung

Beispiele: - Passbolt - Pleasant Password Server


Umsetzung im Betriebssystem

Windows (10/11)

Passwortrichtlinien konfigurierbar über: - Lokale Sicherheitsrichtlinien (secpol.msc) - Gruppenrichtlinien (GPO)

Mögliche Einstellungen: - Mindestlänge - Komplexität - Ablaufzeit - Kontosperrung

Beispiel (CLI):

net user username neuesPasswort


Linux

Konfiguration über: - /etc/login.defs - PAM (/etc/pam.d/)

Passwort ändern:

passwd


Prüfungsrelevanz (AP1)

Typische Fragen:

1. Anforderungen an sichere Passwörter: - Länge (≥ 12 Zeichen) - hohe Entropie - keine Wiederverwendung - keine persönlichen Daten - Nutzung von 2FA

2. Arten von Passwörtern: - einfaches Passwort - komplexes Passwort - Passphrase - OTP - biometrische Verfahren


Häufige Fehler & Missverständnisse

Fehler Erklärung
Kurze komplexe Passwörter Länge ist wichtiger als Sonderzeichen
Passwort-Wiederverwendung großes Risiko bei Datenlecks
Speicherung im Klartext absolut unsicher
Regelmäßiger Zwangswechsel oft kontraproduktiv
Kein 2FA unnötiges Risiko

Merksatz

„Lang, einzigartig, zufällig – und am besten vom Passwortmanager erzeugt.“