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IPv6 – 2025-11-19 (NT, TRE)

IPv6-Subnetting, Adressierung und pruefungsrelevante Grundlagen


1. Ausgangsnetz (IPv6)

Gegebenes Netz:

2001:1234:5678:90AB::/64

Ausgeschrieben:

2001:1234:5678:90AB:0000:0000:0000:0000/64

Bei einem /64-Netz: - Die ersten 4 Hextets (64 Bit) sind Netzanteil. - Die letzten 4 Hextets (64 Bit) sind Interface-ID.

Wichtig: Ein /64 ist der Standard fuer IPv6-LAN-Segmente (SLAAC-Voraussetzung).


2. IPv6-Subnetting – Prinzip

Wenn ein /64 weiter unterteilt wird:

  • /65 = 1 zusaetzliches Netzbit
  • /66 = 2 zusaetzliche Netzbits
  • /67 = 3 zusaetzliche Netzbits
  • /68 = 4 zusaetzliche Netzbits

Formal: Es wird im 5. Hextet weiter unterteilt.

Technisch korrekt: Man erweitert das Praefix ueber Bit 64 hinaus. Praktisch betrachtet veraendert sich das 5. Hextet.


3. Beispiel: /64 in 4 Netze (/66)

2 zusaetzliche Bits → 2^2 = 4 Netze
Schrittweite im 5. Hextet: 4000 (hex)

Netze:

2001:1234:5678:90AB:0000::/66
2001:1234:5678:90AB:4000::/66
2001:1234:5678:90AB:8000::/66
2001:1234:5678:90AB:C000::/66

Jeweilige Obergrenzen:

...:3FFF:FFFF:FFFF:FFFF
...:7FFF:FFFF:FFFF:FFFF
...:BFFF:FFFF:FFFF:FFFF
...:FFFF:FFFF:FFFF:FFFF

4. Mustererkennung fuer die Pruefung

Hex-Ziffern: 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F

Merkstruktur:

/65 → 2 Netze
0–7 | 8–F

/66 → 4 Netze
0–3 | 4–7 | 8–B | C–F

/67 → 8 Netze
Schrittweite 2000

/68 → 16 Netze
Schrittweite 1000

Regel: Alle nachfolgenden Hextets werden bei der oberen Grenze mit FFFF aufgefuellt.

Hinweis: In der Praxis werden /64-Netze selten weiter unterteilt, da SLAAC ein /64 erwartet.


5. IPv4 Class B (historisch, pruefungsrelevant)

  • Bereich: 128.0.0.0 – 191.255.255.255
  • Standardmaske: 255.255.0.0 = /16
  • Fuehrende Bits: 10xxxxxx

Heute ersetzt durch CIDR. In Pruefungen weiterhin abgefragt.


APIPA (IPv4)

  • Bereich: 169.254.0.0/16
  • Wird automatisch gesetzt, wenn DHCP aktiv ist, aber kein Server antwortet.
  • Nicht routbar.
  • Reine Notfalladressierung.

  • Praefix: fe80::/10
  • Existiert automatisch auf jeder IPv6-Schnittstelle.
  • Nicht routbar.
  • Grundlage fuer:
  • Neighbour Discovery
  • Router Discovery
  • Default Gateway (Next-Hop wird als Link-Local-Adresse genutzt)

Unterschied: Link-Local ist elementarer Bestandteil von IPv6, keine Notloesung.


7. SLAAC – Stateless Address Autoconfiguration

Ablauf vereinfacht:

  1. Host bildet Link-Local-Adresse.
  2. Router Solicitation (RS).
  3. Router Advertisement (RA).
  4. Host generiert globale Unicast-Adresse (Praefix + Interface-ID).
  5. Default Gateway wird gesetzt.

Merkmale:

SLAAC - Stateless - Kein zentrales Client-Tracking - Geringer Verwaltungsaufwand

DHCPv6 - Stateful moeglich - Zentrale Kontrolle - Logging und Policies


Kernaussagen

  • IPv6-Subnetting ab /64 folgt Hex-Mustern.
  • /64 ist Standard fuer LAN-Segmente.
  • Link-Local ist verpflichtend und zentral fuer IPv6.
  • SLAAC ist Standardmechanismus.
  • IPv4-Klassen sind historisch, aber pruefungsrelevant.